Warum ein Grabmal?

Wozu ein Grabmal ?

Ein Grabmal ist mehr als nur ein Schild für den Namen und die Daten des Verstorbenen: Es ist wie ein Schluss-Stein, der als letzte liebevolle Geste gegenüber dem Verstorbenen diesem ein Denkmal setzt.
Es kennzeichnet den Ort des endgültigen Abschieds und ist ein wichtiger Bezugspunkt.

Das Denkmal kann auch etwas über den Verstorbenen und sein Leben aussagen − als Darstellung, dass er liebenswert war oder etwas Besonderes geleistet hatte. So ist das Grabmal auch ein Ausdruck für die Beziehung zum Verstorbenen – ein Spruch, ein Ornament oder sogar ein mit eingebrachtes Utensil bedeuten ein Bekenntnis der Beziehung zu ihm und halten die Erinnerung wach.
Damit bewältigen die Grabbesucher ihre Trauerarbeit: wie sie im Leben vielleicht immer wieder einen gemeinsamen Ort besuchten, der für sie eine besondere Bedeutung hatte und die Gedanken schweifen ließen. Sie erinnern sich an die Tage, die sie gemeinsam verlebten. Diese Stille am Grab und die innere Zwiesprache helfen, das durch den Tod ins Übergewicht geratene Trennungsgefühl wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Der Besuch am Grab ist auch ein Ritual − und gerade die Psychologie beweist uns in letzter Zeit immer intensiver, wie wichtig eigentlich Rituale für uns sind

Wer sich ein bisschen öffnet, Mut hat und bekennt, dass seine Beziehung zum Verstorbenen noch besteht, der kann mit einem Grabmal diese Beziehung zum Ausdruck bringen und die Wünsche für das Aussehen des Grabmals mitteilen. Erfahrene Steinmetze setzen diese Wünsche auch ohne hohe Kosten um. Sie finden einen Weg, „praktische“ Ansprüche an pflegeleichte Urnenplatten mit den Gestaltungswünschen zu verbinden. Denn auch wir Steinmetze wissen:
nach dem Aufstellen dieses Schluss-Steins sind viele Angehörige um einen weiteren Schritt der Trauerarbeit erleichtert.

Damit die Verrohung der Wegwerfgesellschaft sich nicht auf unsere Bestattungskultur ausbreitet, versuchen wir zusammen mit vielen anderen Steinmetzen die Bedeutung eines Grabmals zu erklären. Die Denkmäler großer Persönlichkeiten werden bewundert − da fragt man sich doch schon nur als Individuum Mensch: wir sind doch auch ein Denkmal wert, oder?