Pflege von Naturstein

Pflege von Naturstein

Jedes Natursteinprodukt wird von uns bei Lieferung vorbehandelt, d.h. es wird mit einem Fleckschutzmittel imprägniert oder gewachst. Nach dem Einbau ist Ihr Produkt zunächst für einige Zeit (je nach Beanspruchung) geschützt. Von Zeit zu Zeit muss eine Fleckschutzversiegelung wiederholt werden!

Die Schönheit des Materials bleibt erhalten, wenn Sie folgende Pflegehinweise beachten:

Marmor: kalkhaltiges Gestein, empfindlich gegen Säuren aller Art

daher:
  • Wassertropfen von kalkhaltigem Wasser abziehen
  • Vorsicht z.B. bei Kontaktlinsenflüssigkeit (löst den Kalk)
  • Vorsicht bei Parfüm (Ölflecken)
  • Vorsicht bei säurehaltigen Flüssigkeiten (Wein, Säfte, Essigreiniger…)
  • Vorsicht bei farbigen Flüssigkeiten
  • solche Substanzen fernhalten und den Marmor mit wachshaltigen Reinigungsmitteln schützen!

Granit: sehr widerstandsfähig gegen chemische Mittel, mag jedoch keine „austrocknenden“ Mittel (wird heller) und verändert sich durch Öle (wird dunkler)

daher:
  • Vorsicht z.B. bei Nagellackentfernern, Nitro-Verdünnung (laugen den Stein aus)
  • Vorsicht bei Parfüm, Pflegecreme und ölhaltigem Reinigungsmittel (Fettflecken). Ganz besonders schnell zieht heißes Öl ein, daher muss sofort ein sog.“Ölkiller“ aufgebracht werden – setzen Sie sich sofort mit Ihrem Steinmetz in Verbindung!!!
  • Organische Stoffe z.B. aus Blättern und Blüten können selbst beim Granit Verfärbungen hervorrufen, daher bitte immer schnellstmöglich entfernen.Wenn Sie einen Blumentopf auf ihre Stufe oder Platte stellen, sollte das Blumenwasser nicht direkt aus dem Topf auf den Naturstein fließen können; oft enthält die Blumenerde Säure und Farbstoffe. Säuren führen zu Ausblühungen (Kalkränder), Farbstoffe zu Verdunkelungen.
  • auch Tiere hinterlassen Verunreinigungen, die dem Stein auf Dauer schaden. Die Berichte über die Tauben am Dom sind bekannt. An Hausecken findet man oft die Spuren von Hunden, die ebenfalls sehr aggressiv sind. Ein Allheilmittel gibt es dagegen nicht – am Besten ist immer noch eine gepflegte Oberfläche, die regelmäßig „gewartet“ wird, also bei starker Beanspruchung wiederholt imprägniert wird.

Flecken und Pflege – eine kleine Anekdote:

Frau Schmitz stellt Ihr Auto ein paar Wochen am Straßenrand ab, da sie ihre Tochter in Amerika besucht und keine Garage hat.

Bei den heutigen Witterungsumschwüngen erlebt das Auto Regen und Sonne, Blätter oder Blüten fallen darauf und ein paar Vögel haben auch ein Abzeichen hinterlassen u.s.w.

Der Urlaub ist vorbei, Frau Schmitz kehrt heim und betrachtet ihr Auto: Es bietet sich ein trauriges Bild: die Blätter sind teilweise angeklebt und faulig, die Blüten haben ihre Farbe verloren, die Fenstergummis sind schon fast vermoost, die Scheiben fühlen sich klebrig an.

Frau Schmitz macht sich an die Arbeit, sie fegt alles ab und fängt an, ihr Auto zu waschen. Der „Knös“ löst sich nur schwer, fast gar nicht – unter den Andenken der Vögel ist der Lack schon etwas matt. An den Stellen, auf denen die Blätter lagen, sieht der Lack irgendwie dunkler aus, hier haben sich die Gerbstoffe der Blätter wohl richtig eingefressen. Die Blüten haben die Scheiben leicht gelblich eingefärbt, der gelbliche Schimmer erscheint sogar rötlich, wenn das Wasser daran kommt. Das klebrige Zeug scheint irgendwie eingebrannt zu sein und das Moos hat sogar das Gummi angelöst.

Aus lauter Verzweiflung über die verbleibenden Flecken greift Frau Schmitz zu dem Kanister in der Garage, den ihr Vater früher immer mal für besonders hartnäckige Flecken auf dem Hof herangeholt hatte und der noch immer nicht ganz leer war. Voller Hoffnung gießt sie den Inhalt auf das Auto. Als die Flüssigkeit anfängt zu schäumen, kriegt Frau Schmitz einen Riesenschreck und spült sofort alles mit Wasser nach. Puhhh – scheint noch einmal gut gegangen zu sein, es schäumt nichts mehr und die Flecken sind auch erst mal weg.

Am nächsten Tag ist alles aber noch schlimmer: das Gummi hat schwarze Tropfnasen an die Türen gemalt, die Stellen, an denen die dunklen Flecken waren, sind ganz hell geworden und die matten Vogelandenken haben so etwas wie Rost hinterlassen?!?!? Ach herrje, das kann doch nicht sein!
Wütend fährt Frau Schmitz sofort zu ihrem Autohändler und beschwert sich, denn schließlich wurde ihr ja beim Kauf des Autos 5 Jahre Garantie auf den Lack gegeben, und das Auto ist erst 3 Jahre alt!
Der Verkäufer schlägt die Hände über dem Kopf zusammen und fragt: „Was haben Sie denn mit dem Auto gemacht?“
Frau Schmitz, die sich nie für Biologie oder Chemie interessiert hatte und daher auch nicht ahnt, dass sie etwas falsch gemacht haben könnte, entgegnet: „Nichts, nichts, einfach nur gewaschen.“… nach langem „Hin und Her“ konnte der Werkstattmeister doch herauskitzeln, dass Frau Schmitz zumindest eine sehr starke Säure benutzt haben muss – ansonsten hätte das Auto nie so aussehen können.

Und letztlich wurde dann vor Gericht entschieden, dass ein Autoverkäufer nicht dazu verpflichtet ist, dem Kunden mitzuteilen, dass man sein Auto nicht mit Salzsäure reinigen darf. Zumindest hätte sich Frau Schmitz ja erkundigen können, ob sie die Flüssigkeit, die in dem Kanister war, für die Reinigung hätte nehmen dürfen.

Resümee:Auch auf Naturstein hinterlässt die Natur ihre Spuren, erst recht, wenn diese über einen längeren Zeitraum darauf einwirken können. Blätter können Gerbstoffe hinterlassen, Blüten Farbstoffe und Baumharze werden von der Sonne eingebrannt, wenn nicht regelmäßig gereinigt wird.
WICHTIG!Ganz besondere Vorsicht ist bei den neuen Reinigern in Form von Konzentraten geboten! Einige Konzentrate führen zu fleckigen Verdunklungen im Stein! Hier bitte vorher den Steinmetz fragen und zumindest die genaue Dosierung beachten (meist nur 1 Tropfen auf 5 Liter Wasser oder ähnlich!!!)

Die Anwendung der speziellen Pflegemittel entnehmen Sie bitte den Datenblättern, die Sie von uns erhalten oder beim Hersteller downloaden können (siehe auch Links). Bei speziellen Fragen oder Problemen stehen wir Ihnen gerne beratend zur Verfügung. Bitte versuchen Sie nicht selbst mit irgendwelchen Wundermitteln Flecken zu entfernen – und bewahren Sie, falls möglich, den Verursacher der Verfleckung auf, damit man aufgrund der Bestandteile den richtigen Flecklöser ermitteln kann.